„ Havens and Anchorages, Brazil, Uruguay, Argentina ”
Tom Morgan
RCC Pilotage Foundation
Amerigo Vespucci, der große Seefahrer aus Florenz, hat zu Beginn des 16. Jahrhunderts vor der Küste Brasiliens kreuzend, in sein Tagebuch notiert: „Wenn es auf Erden ein Paradies gäbe, dann würde es diesem Flecken ähneln“.
Damit meinte er nicht die Bucht von Rio, sondern die Gegend um die Baia de Ilha Grande – die Bucht um die Große Insel, 60 Seemeilen südlich von Rio de Janeiro. Die Große Insel beherrscht diese weite Bucht. Mit ihren Einschnitten und zahlreichen Ankerplätzen ist sie ein Novum an der ansonsten nahezu glatten Küste Brasiliens.
Im Inneren der Bay lässt sich die mächtige Brandung des Südatlantiks nur noch erahnen. Das Revier ist geschützt und bietet somit ideale Bedingungen für einen entspannten Segeltörn.
Die Einheimischen nennen diesen Teil ihres Landes einerseits Costa Verde, denn überall wo der Anker fällt ist es über alle Maßen grün. Für jeden Tag des Jahres hat die Natur eine grüne Insel bereit, und – was noch schöner ist – mehr als 100 Palmenstrände, eingerahmt von unglaublich üppiger tropischer Vegetation in allen Stufen der Farbskala.
Dazu weht immer eine sanfte Brise vom Meer, die das Wasser zum Flimmern und die Palmen zum Rauschen bringt. Aber die Ilha Grande wird auch die Insel der Piraten, der Sklaven und der Strafgefangenen genannt, weil hier früher mächtig geplündert und mit Sklaven gehandelt wurde. Die über 300 Eilande und Inselchen boten Unterschlupf und gute Verstecke.
Heute gibt es im Gebiet der Baia de Ilha Grande 15 Marinas, in denen man festmachen kann und geschützt liegt; ansonsten wird frei geankert. Die Ilha Grande ist landschaftlich das Schönste, was das Revier zu bieten hat. Mal schmückt sie ihre Gipfel mit weißen Wolken, mal reckt sie ihre vielen Felsnasen in den Himmel.
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| Wind & Wetter: | Der brasilianische Sommer ist tropisch feucht, der Winter trocken und bietet leichte Winde. Die Temperaturen liegen zwischen 25 bis 28 Grad. Achtung: Immer sind Fallwinde von den Bergen möglich. Die Wettervorhersage ist unsicher, da das Revier über ein eigenes Mikroklima verfügt. Beste Segelsaison ist Januar bis März |
| Schwierigkeitsgrad: | Einfach, keine Atlantikdünung, Fahrwasser und Untiefen sind gut ausgetonnt. Kurze Entfernungen, viele spektakuläre Ankerbuchten, die zum größten Teil gut geschützt sind. Wunderschöne Badestrände, unverdorbene Natur. |
| Navigation: | nichts nennenswertes |
| Häfen und Ankerplätze: | Die perfekt organisierte Basis befindet sich in der Marina Verolme bei Angra dos Reis. Transfer vom Flughafen Rio zur Basis ca. 2 ½ bis 3 Stunden. |
| Vorschriften und Behörden: | Visum nicht vergessen! |
| Anreise: | Ab Frankfurt Direktflug nach Rio (ca 11 Stunden). Mit der TAP / Air Portugal Zubringer von Deutschland via Lisabon nach Rio de Janeiro; Iberia via Madrid; Varig ab Frankfurt via Sao Paolo nach Rio; Zubringer mit Air France(Paris) oder British Airways (London) weiter mit TAM Brasilien Airlines direkt nach Rio. |
| Nicht möglich: | Meilenfressen und Stress. |
Der Ausgangspunkt für den Törn ist die gut ausgerüstete Charterbasis bei Angra Dos Reis (Bucht der Könige). Hier wird das Boot übernommen und im Supermarkt Piratas Mall mit allem ausgerüstet, was man während des Törns braucht – zwischen den Inseln sind die Versorgungsmöglichkeiten rar.
Auf der ersten Zwischenstation in Parati gibt es drei Marinas, die mit allem Komfort ausgestattet sind. Der kleine romantische Ort liegt an der Straße von Rio nach Sao Paulo. Bis 1954 konnte er nur auf dem Seeweg erreicht werden, was man heute noch spürt. Kein Auto darf in die Innenstadt, die neben Minas Gerais und Olinda zu den schönsten des Landes gehört.
Praia Vermehla heißt die von Fischern bewohnte flache Bucht auf der dem Kontinent zugewandten Seite der Ilha Grande, die für einem Tagesstopp zum Schwimmen geeignet ist.
Saco do Mamanguá ist ein tief einschneidender Fjord mit einem schönen Ankerplatz für eine Nacht am Strand. Fischer sind bereit, ihren Fang zuzubereiten und den Besuchern anzubieten. Das wunderschön gelegene Sitio Forte bietet guten Ankergrund. Lopes Mendes soll einen der hundert schönsten Strände der Welt besitzen. Der Ankerplatz ist weit und offen und nicht sehr geschützt.
Besser ist es, für die Nacht in die Bucht Mangues zu verholen. Das einzige größere Dorf, Abraao, liegt auf der NO-Seite der Insel. Hier legen die vom Festland herüber kommenden Fähren an und bringen die meist brasilianischen Touristen auf die Insel. Lagoa Azul, die Blaue Lagune, ist während des ganzen Jahres Treffpunkt für alle, die einen schwimmenden Untersatz haben. Sogar einen schwimmenden Partyservice gibt es.
Die Lagune ist der ideale Platz zum Schwimmen, Schnorcheln, Tauchen und Partymachen. Ruhe und Naturerlebnis sind hier weniger gefragt, dafür um so mehr Entertainment und Highlife.
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