Jenseits der Säulen des Herkules liegt ein Revier voller Geschichten und Mythen. Hier kann man Atlantikluft schnuppern oder mehr durch die Buchten und Strände der Algarve bummeln - aber nie ohne einen Blick auf den Tidenkalender. Denn Portugals Küste bietet mediterranes Klima im Einzugsgebiet des Atlantik.
Die von Heinrich dem Seefahrer initiierten Entdeckungsfahrten begründeten die Vormachtstellung Portugals auf See. Für diese Reisen lies der Prinz eigens einen neuen Schiffstyp entwickeln - die Karavelle - die auch gegen den Wind segeln konnte.
Portugiesische Kapitäne waren verpflichtet geheime Logbücher zu führen, in die sie ihre Beobachtungen eintragen mussten. Die so gewonnenen Erkenntnisse in Navigation, Kartographie und Schiffsbau waren entscheidend für den Aufstieg Portugals zur Kolonialmacht.
Madeira wurde entdeckt und die Kanaren in Besitz genommen. Vor allem aber ging es um die Erkundung eines Seeweges nach Indien, um den Arabern den Handel mit Pfeffer, Gold, Elfenbein und Sklaven aus der Hand zu nehmen.
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| Wind & Wetter: | In den Sommermonaten kommt der Wind meist aus nördlicher Richtung. An manchen Tagen setzt die Thermik gegen Mittag aus Südwesten ein und dreht dann auf Nordwest, um dabei kräftig aufzufrischen. An wenigen Tagen fegt ein starker Südostwind (Levante) über die Küste, ausgelöst durch ein Marokkotief. In den Sommermonaten muss man auch mal mit Nebel rechnen. Beste Segelzeit: Portugal ist ein Ganzjahres-Revier. Beste Monate sind jedoch Juni bis September. Im Sommer muss man mit überfüllten Häfen rechnen. |
| Schwierigkeitsgrad: | Mittel, man muß auf Gezeiten und Strom achten. Der Gezeitenstrom ist auf See zu vernachlässigen, aber in Flussmündungen und Laguneneinfahrten kann der Tidenhub bis zu 5 Knoten Strom auslösen. Tidenkalender gratis bei den Hafenämtern vor Ort. Wetterberichte und Navigation sind in Portugal über UKW-Funk und Radio nur in Portugiesisch erhältlich. An allen Hafenrezeptionen hängen Drei-Tage-Prognosen aus. |
| Navigation: | Es gilt Lateral System A. Das Revier ist gut betonnt und befeuert. Allerdings Vorsicht beim Einlaufen in Flüsse und Lagunen; die Fahrrinnen können sich laufend verändern. Wenn man in diesem Revier terrestisch navigiert, wird man es im flachen Küstenbereich östlich von Vilamoura bei schlechtem Wetter schwer haben, seine Position zu bestimmen. Daher ist es wichtig GPS und Plotter an Bord zu haben. |
| Häfen und Ankerplätze: | Westlich von Vilamoura prägen felsige Steilküsten das Bild der Algarve. Im Osten verflacht das Land zu einer Lagunenlandschaft wie bei Faro und Olhao. Es gibt mehrere Marinas mit guter Infrastruktur in Lagos, Portimao, Vilamoura, Vila Real de San Antonio sowie Ayamonte. Unter geschützten Ankerplätzen kann man zwischen Ensanada de Belixe, Ensanada de Sagres, Alvor, Faro, Olhao, Ilha da Culatra Praca Larga und Tavira auswählen. |
| Vorschriften und Behörden: | Vergessen Sie nicht, in jedem Hafen sofort nach Ankunft mit Bootsschein, Eigentums- und Versicherungsnachweis der Yacht sowie Crewpässen zu den Hafenbehörden zu gehen! |
| Anreise: | Von fast allen deutschen Flughäfen mit verschiedenen Charterfluggesellschaften nach Faro. |
| Nicht möglich: | Wie im Mittelmeer ganz entspannt ohne Tidenkalender zu segeln und Marinahopping an der Wesküste Portugals |
Dies alles ist lange her. Geblieben von der Macht und Pracht sind die schönen Bauten in der Altstadt Lissabons und die Legenden, die sich um Heinrich den Seefahrer und seine Entdecker ranken. Das einstige Seefahrerland hat sich in eine hochkarätige Ferienregion verwandelt.
Vor allem die Algarve ist ein beliebtes Revier, das seit noch nicht allzu langer Zeit auch Segler zu Entdeckungsfahrten anlockt. Noch findet man ein relativ unberührtes Gebiet mit urigen Fischerhäfen - aber auch der Trubel der Großstadt und der Touristenzentren hat seinen Reiz.
Lissabon hat Charme und Flair, und verkörpert eine Mischung aus südländischer Lebensfreude und europäischer Weltoffenheit. Während an der Algarve längst Hotelburgen und Golfplätze die Strände einrahmen, geht es an der atlantischen Westseite Portugals eher rauh und schroff zu.
Zwischen Felsen versteckt liegen verträume Dörfer. Eines davon ist Sines, der Geburtsort Vasco da Gamas, mit seiner modernen Marina, rund 60 Seemeilen südöstlich von Cascais, einem hübschen Fischernest, ebenfalls mit einer Großmarina. Viele Orte haben einen Bezug zur Vergangenheit, auch wenn davon nicht unbedingt großartige Ruinen oder Denkmäler zu sehen sind.
Wer an den Küsten Portugals segelt, muss sich mit Büchern wappnen, die die alten Geschichten erzählen.
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